Das ist bei uns so Brauch und darauf bilden wir uns was ein

Ist es böse, schlecht über die Arbeit von Kollegen zu reden? Ich tu das ungern, wirklich, schließlich produziert man selber schon mal Ideen, die man lieber gleich wieder dem digitalen Orkus anheim gibt; das hilft denken. Der Unterschied ist: Ich gebe sie nicht heraus. Und wenn, dann intern, damit man was zum Beeiern hat, oder als "und dann noch ein Vorschlag zum Wegschmeißen", damit der Unterschied zu den richtigen Ideen klar wird; auch das hilft weiterdenken ("Know thy enemy"). Und dann sowas:

"Alles fühlt sich hier so frei an – wir sind stolz auf Bayan!", ja nee, is klar, ne. Weil der Gründer der CSU damals auch persönlich Hohenschwangau gebaut, die windig durchsichtigen Seitenflügel für die Staatskanzlei geschnitzt und das Wasser in die Donau eingelassen hat.

Ach kommt, Amigos, niemals kann das eine Ermunterung sein, sich bei der Landtagswahl am 28. September für euch zu entscheiden. Ein Propagandafilm zum Schutz vor Überfremdung ist das, und als solcher müsste er sogar prächtig funktionieren.

(Fachlink: http://stoiber-war-wenigstens-lustig.de).

Europa rückt zusammen

Update zu Das singen die anderen und Birlik, adalet ve özgürlük:

Wir haben aufgepumpten Plastiksäcken zugeschaut, wie sie umherkullern, und uns demonstrativ gefreut, wenn sie sich auf der einen oder anderen Seite in einem Netz verfingen. Wir haben außerhalb der üblichen Bürozeiten den größten Tumult veranstaltet und uns darauf verlassen, dass schon irgendwer aufräumen wird. Wir haben über Abwesende gelästert. Fast wie die Angestellten, gell?

Wie man hört, war das Fußballspiel, in dem „wir“ hätten Europameister werden können, eine Vorstellung, die nicht ihren Eintritt, geschweige denn einen Stundenlohn von mehreren tausend Euro pro Spieler wert war. Expertenvergleichen zufolge war das beste Spiel Deutschland gegen Türkei. Finde ich gut, denn die Türken, die ich persönlich kenne, sind ganz okay.

1. Die bekannte Melodie mit neuem Text

2. Der bekannte Text mit neuer Melodie

Birlik, adalet ve özgürlük
Alman anavatanı için
Hepbirlikte çalışalım
Kardeşçe kalben ve el ele
Birlik adalet ve özgürlük
Mutluluğun teminatı
|: Bu mutluluğun ihtişamında yeşer
Yeşer Alman anavatanı :|

Flagge Deutschland + Türkei

Bild: IHK Reutlingen.

Westaflex und ihr Aidsband-Logo


Der Westaflex-Konzern wird in Kürze eine neue Unternehmensmarke präsentieren, die ab Herbst 2007 auch deutlich auf den einzelnen Produktmarken wie Westerflex, Westerform oder WAC abgebildet wird. Die Markenberatungsagentur NIESYTO design in Stuttgart hat ein Imagekonzept entwickelt, das die bisher triste Anmutung der Westaflex-Firmenmarke beleben soll.

So stand es, mit folgendem Logo untermalt:  Westaflexlogo1

und geschrieben in http://www.referenzforum.de

Das war am 12. Juni 2007, also ein ganzes Jahr her. Das Komische ist: Es ist gar nix passiert. Das Westaflex-Logo auf der Website des Unternehmens sieht immer noch so aus wie das Aidslogo:

Aids_logo


Das einzig Neue am jetzigen Logo auf der Website von Westaflex ist doch nur, dass der Claim gänzlich entfallen ist und die Buchstaben des Schriftzugs Spationierungen gekriegt haben (die aber zur Art des Schriftfonts nicht passen, das war vorher besser):

Westaflexlogowebsite


Auch das - mit dem alten Claim - wird im Netz immer noch problemlos gefunden:

Westaflexlogo2


Und diese exotisch anmutende Variante ebenfalls:

Westaflexlogo4   


Oder diese:      Westaflex_logo3



Frage: Was ist passiert mit dem Corporate Design der Stuttgarter Markenberatungsagentur NIESYTO design. Und warum hat man als Ziel formuliert, "das triste Design beheben zu wollen", wenn einem halbwegs engagierten Designer eigentlich sofort auffällt, dass das Branding-Problem woanders liegt, nämlich zum einen grob an der misleading Optik (Aids) der Bildmarke und zum anderen an der immer noch nicht geglückten Durchgängigkeit. Und immer noch diese miserable Typografie des Westaflex-Schriftzugs, da wäre ordentlich noch etwas gegangen. Und wo war da die Markenberatung? Einfach nur den Claim weghauen, da deutsche Claims auf internationaler Ebene erfahrungsgemäß immer ein wenig stolpern? War es das mit der Einheitlichkeit? Was haben sie geraucht und wieviel haben sie dafür gekriegt?
?


Ahnungsvoller Mittelstand

Es heißt nicht, dass man der Schnellste sein muss, sondern der Beste. Die Buchhandlung texxt in der Sendlinger Straße hat auch erst kurz vor Sommeranfang das kat'exochene Frühlingsgedicht ausgepackt und wird trotzdem unumschränkt empfohlen -- nicht weil's da die Bücher zum halben Preis geramscht gibt, sondern weil's da alle lieferbaren Bücher gibt und man den schlaksigen Jungliteraten mit der Lucky-Luke-Tolle wirklich was fragen kann.

Eduard Mörike, texxt München, Frühling lässt sein blaues Band

Der kreative Mittelstand. Bedient sich der klassischen Werbemittel, die in die Public Domain eingegangen sind. Kann man machen. Nur wenn sie als kreative Eigenleistung "Mädchen" einbringen, trauen sie sich nicht mehr, mit "Wollen balde kommen" weiterzumachen. Die Konsequenz in der Durchführung hakt noch.

Bild: Selber gemacht, bei texxt in der Sendlinger Straße 24.

Durchgefallen

Warentestlogo

Logobezug/Quelle: Website Stiftung Warentest

Am "t" scheiden sich angeblich nach einer Studie die Geister des Verbrauchers. Nach dem Logo-/Corporate Design Relaunch von KMS-Team München seien die erforschten Aussagen der Verbraucher ernüchternd:

"Das schlichte "t" auf grünem oder orangefarbenem Hintergrund, das enthüllte eine Marktstudie, finden nur 15 Prozent "vertrauenswürdiger", "seriöser" und "überzeugender". Weit über die Hälfte der Befragten wünscht sich den alten rot-weißen "test"- Schriftzug zurück.

Ein "grober Fehler" sei der neue Markenauftritt der Stiftung, urteilt Markenexperte Andreas Pogoda von der Brandmeyer Markenberatung, die die Studie bei der Gesellschaft für Konsumforschung in Auftrag gegeben hatte. "Der hohe Wiedererkennungswert der Marke Stiftung Warentest ist pures Kapital", mit dem leichtfertig umgegangen werde."

Quelle: Süddeutsche.
Weiterlesen: http://www.sueddeutsche.de/,tt4m1/wirtschaft/artikel/606/180054/


Ich kenne die Firma Brandmeyer Markenberatung nicht und weiß auch nicht, ob sie sich als Konkurrenz zu KMS-Team sehen, das nicht nur designt, sondern ebenfalls Branding-Beratung anbietet. Bin jedenfalls neulich in der öffentlichen Bücherei, in der einige relaunchte Hefte der Stiftung Warentest auslagen, negativ über das neue Logo gestolpert. Nämlich dass das "t" nicht nur reduziert wurde, sondern nicht allein rot war: Je nach Sparte bekam es unterschiedliche Hintergrundfarben.

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Siehe auch Bildquelle Wikipedia: http://de.wikipedia.org/wiki/Stiftung_Warentest



Spätestens ab da habe ich das neue Warentestlogo auf den Heften (neben Ökotest liegend) nicht spontan erkannt und nicht der Stiftung Warentest zugeordnet. Da war eine Änderung zuviel: nicht nur das "t" zu verschlanken, sondern auch das mir gewohnte Rot nur noch für das Hauptheft zu nehmen. Was meint der geneigte Leser zur Logoänderung? Egal? Reissack-Umfall? Nur PR-Geflacker und Studien-Wichtiggetue der Konkurrenz von KMS-Team? Echter Durchfall?


Budget-Gamblin'


"

Und nun noch ein Tipp aus (leidvoller) Praxis: Sie ersparen sich und Ihrem zukünftigen Dienstleister sehr viel Zeit und Aufwand, wenn Sie von vornherein Ihren groben Budgetrahmen mitteilen. Im unerfreulichen "Budget-Gambling" des ersten Kostenvoranschlags ist schon manche gut passende Konstellation im Keim erstickt worden. Gerade im Design geht es darum, in welchem Grad ein Designteam a) ein Verständnis für Auftraggeber und Auftragstellung entwickeln kann und b) in der Lage ist, die Erkenntnisse auch sensibel und professionell zu vermitteln und umzusetzen. Nicht selten ist dies eine Frage der Chemie zwischen Designteam und Auftraggeber und nicht des Preises. Haben Sie "Ihr" Designteam gefunden, überlegen Sie gemeinsam mit ihm, wie Ihre Vorstellungen mit Ihrem Budget zu vereinbaren sind.

                                                                      "

Auszug aus: "Management von Webprojekten" Herausgeber Robert Stoyan
Sehr lesenwertes Buch für Kunden, die erfolgreich ohne die üblichen Denkfehler ein Web- und/oder Designprojekt planen möchten.

Genauso wie im Zitat verfahren wir als Ihr Designteam. Da sich Anfragen häufen und wir daher gezwungen sind mit unserer Beantwortungszeit zugunsten Kunden, die wirklich Kunden werden wollen, hauszuhalten.


Den Rechner anpusten ─ er reagiert


Schönes Beispiel für Interaktivität, die zur Botschaft passt. Wer sagt da, dass Flash scheußliches Mäusekino sei. Wer am Rechner probieren will, ob er genug Puste hat, einfach draufklicken:

Puste

Quelle/Website: http://www.zukunft-technik-entdecken.de/windspiel/

Das nächste große Ding: Pumuckl-Marketing!

Update zu Große Marketingsprünge:

Was lernen die jungen Leute eigentlich in BWL? Meinen wiederholten Einblicken nach lauter Sachen, die ich sowieso von selbst noch nebenher können muss. Und dabei stört mich keineswegs, dass die wahrscheinlich dasselbe umgekehrt behaupten.

Nachdem sich schon gar keiner mehr erinnert, was dieses "Web 2.0" mal gewesen sein soll, wendet sich eine überforderte Masse wieder den schlichten Dingen zu. Retour à la nature, Back to the roots, Downsizing, Downshifting, Simplify your life, Lean Management, Just the basics, Vita contemplativa — man kommt ja nicht hinterher.

Alles aus der revolutionären Erkenntnis heraus, dass man kein Geld einnimmt, wenn man seine Zeit mit Networking verplempert, statt eben: Geld einzunehmen. Von der tiefsten Weisheit geprägt sind da einmal mehr die Dialoge aus dem Hörspielzyklus um Pumuckl.

Wollen wir nach dreißigvierzig Jahren mal wieder reinhören? Meister Eder — damals noch gesprochen vom Original Alfred Pongratz, nicht der walking talking Kukidentwerbung Gustl Bayrhammer — in: Pumuckl und die Katze, ohne Jahresangabe, aber ungefähr 1969:

Am gefährlichsten sind die, die sich einbilden, sie könnten denken.

Mehr steht im Gesamtwerk von Dale Carnegie auch nicht drin. Ebenda, womöglich noch universeller und anwendbarer:

Was druntliegt, kann net runterfalln.

Das ist Zen.

Was uns aber am meisten interessiert: Wie funktioniert die Wirtschaft? Lässt sie sich auf eine Formel bringen, die gleichermaßen für Betriebs-, Volks-, Haushalts- und Weltwirtschaft funktioniert?

Sie ahnen die Antwort. Pumuckl gibt sie in Pumuckl und das Geld, ca. 1965, nachdem Meister Eder ihm erklärt hat, wie man einkauft:

Geld hinlegen, Sachen dafür kriegen.

Das kann man studieren? Das kann ja sogar der Pumuckl, jawohl, jawohl! — Ich fürchte wirklich, viel komplexer wird's nicht.

Barbara von Johnsen, LP-Cover Pumuckl und das Geld

Das nennen wir ab sofort Pumuckl-Marketing. Schade allein, dass sich das Konzept immanent seine eigene Vermarktung verbietet.

Bild: Barbara von Johnsen: LP-Cover Pumuckl und das Geld/Die geheimnisvollen Briefe bei Science Fiction Television.

Logo Art


Logo9


Logo10


Schöner kotzen

Für Vielflieger und andere Gepeinigte.

Wer's nicht glaubt:

Es gibt ein Kotztüten-Museum, da sind alle Kotztüten-Schönheiten versammelt.
Hier gleich der Link zu den Kuriositäten:
http://www.kotztueten-museum.de/tueten/tueten.php?raum=kurios

Zum Beispiel die FDP-Kotztüte:

Kotztuete_der_fdp

Wem das immer noch nicht schön hingekotzt genug ist, der darf selber eine designen. Diese hier müsste archäologisch aus der Frühsteinzeit sein unter der Herrschaft von Genscher und dem Grafen, es fehlt die typische 18.

München wird immer gemütlicher

Jetzt auch alte Sofas in der Straße vor der Staatskanzlei

Parksofahausderkunst
Bild: Wolf Gräbel, Kamera Nikon, Blende keine Ahnung

Und das akkurat gegenüber dem Haus der Kunst. So kann man sich gute Kunst (aka deren Haus selbstverständlich) gemütlich von außen betrachten und muss gar nicht mehr reingehen.

Wir schärfen unser Profil - ID Inner Design

Wir sind als Designbüro das missing link zwischen Strategie und Design. Unsere Hauptaussage und Kernleistung ist: Erst Dinge, die man sauber aufsetzt, können auch formal funktionieren.

Diese Aussage war bis jetzt furchtbar abstrakt für bestimmte ungeduldige Kunden ("Wissen Sie, ich bin ergebnisorientiert und nicht prozessorientiert!..."). Obwohl sie genau wissen, dass jemand, der ein schönes und stabiles Haus bauen will, ja auch zuerst einen Plan und ein Grundstück braucht, ist der Transfer in den Bereich Grafikdesign für viele anscheinend ein mühsamer. Stattgegeben.


Wir machen ID Inner Design
Was ist das?

Innerdesign_schnecke

Die inneren Werte...                                     schaffen das berührende Äußere.


Wir entwickeln mit einer Art Tiefendesign Formen und Ausdrucksweisen, die die Seele, die Essenz des Unternehmens oder Institution herausarbeiten und mit gezielter Einfachheit auf den Punkt bringen. ID Inner Design ist ein Ansatz, der alle inneren Wahrnehmungsebenen betrifft und damit ganzheitlich auch jedes äußere Medium.

Das ermöglicht überraschende und gleichzeitig einfache Botschaften auf den Werbemitteln, die... ins Innere wirken. Im Unterschied zur rein dekorativen Auffassung ein geldwertes Plus.

War das jetzt nicht außerordentlich ergebnisorientiert?


Stößchen!

Klüger werden mit Werbung: Am Ende sind Frisöre doch nicht schwul? — Kosch für Lippert's Friseure:

Plakat Giulia Siegel und Kosch Werbeagentur für Lippert's Friseure

Photographie Giulia Siegel [weiß der Papa, wie die sich als Hotelgast aufführt?]: Sebastian Schloemp, Konzept & Design: Kosch Werbeagentur ["Unbeherrscht im Denken, akribisch im Handeln, von Leidenschaft getrieben"].

Münchner Kindl, Wikimedia Commons

Was wir machen, wenn wir nicht bloggen:

Leben...

Flaucherwiese

Flaucherlaerche_2

Baletterdachflaucherhell

Blaetterdachflaucherfinster

... von morgens bis abends.

Towel Day - Handtuchtag

An diesem Tag, heute dem 25. Mai, haben Douglas Adams' Fans den Tag über ein Handtuch an. Als Hommage an sein Buch "Per Anhalter durch die Galaxis". Da hatte das Handtuch als überaus nützlicher und tröstlicher Artikel im kalten Universum eine tragende, wärmende Rolle.

Was im Universum des Wide Wild Web derzeit so tragend ist, weiß ich nicht. Mancherlei da, wie wir erfahrene Internet-Indianer wissen, ist nicht tragend, sondern tragisch. Beispielsweise antiquierte Vorstellungen oder auch Vorurteile wie diese von Herrn Remy (dessen Buch ich übrigens seinerzeit gekauft hatte):

Texter sind da beispielsweise gegenüber Grafikern im Vorteil. Letztere leiden nämlich darunter, dass sie sich seit Jahrzehnten nur noch vor Monitoren bewegen, und sich von Grafik-Programmen konsumieren lassen. Aus dem "Gestalter" wurde ein (Programm)"Verwalter".


Texter sitzen also nicht dauernd vor dem Monitor. Das halte ich für eine interessante Aussage. Für weniger wilde wide web-Erfahrene: Das war jetzt Ironie.

Es ist noch nicht allzu lange her, da konnte Ihnen ein Grafiker ein Storyboard illustrieren. Sie hatten Zeichnen gelernt. Das finden Sie heute nicht mehr. Inzwischen können viele Texter zeichnen und sind deshalb bei der Kundenfrage "Könnten Sie mir eine Idee für ein Unternehmensvideo vorstellen?" klar im Vorteil.


Sie finden heutzutage jede Menge Grafiker, die zeichnen können. Denn das ist Teil ihrer Ausbildung. Glauben Sie nicht? Sie müssen halt nur einen Diplom-Designer nehmen und keinen Mediengestalter (Lehrberuf) oder einen ganz ohne Ausbildung, der behauptet, ein Grafker zu sein. Das kann er - leider - behaupten, denn "Grafiker" ist keine geschützte Berufsbezeichnung. Diplom-Designer sehr wohl. Und der kann in der Regel zeichnen und Storyboards anskizzieren.

Weshalb inzwischen viele Texter zeichnen könnten, verrät uns Herr Remy nicht. Hat diese plötzlich die Zeichen-Muse geküsst? (Denn eine standardisierte Ausbildung wie beim Diplom-Designer gibt es beim Texter nicht). Vermutlich sitzen Texter jedoch vor dem Monitor und haben ein kleines Zeichenprogrämmchen, das sie verwalten. So wird es sein. Für weniger wilde wide web-Erfahrene: Das war jetzt Ironie.

Eine Idee für ein Unternehmensvideo können beide haben: Designer oder Texter.
Wobei mittelständische Unternehmensfilmchen dazu neigen, von einer mittelständischen Filmfirma direkt und ganz ohne Idee gemacht zu werden. Für weniger wide wild web-Erfahrene: Das war jetzt eine böse Attacke gegen die meisten Unternehmensfilmchen wie beispielsweise der Westaflex-Film, da sie in der Regel vollkommen ideenbefreit sind. Ganz ohne Designer und Texter.
Da ein Handtuch drum.

Gegen das Ego

Jeder sagt von sich gern im Job, dass er Wertschätzung liebe und "soziale Kompetenz" hätte. In Ordnung, ein breites Feld aber auch.

Wie ist es aber eigentlich, wenn man den Eindruck hat, man sitze in einer Art Abstellkammer  - einer ansonsten honorigen Firma -  jemandem aus 3,5 m Entfernung gegenüber, der sich kaum über einen informiert hat (die Website und den Art-Direktoren-Werdegang sowieso nicht, das habe ich gemerkt) und einen dann darüber belehrt, wie Bild und Text sich zueinander verhalten solle. Nämlich relevant. Auja, das hätte ich als vehementer inhaltsorientierter dauerpredigender Nichtblümchendesign-Propagierer* fast vergessen^^.

Für mich ist es eine wichtige Form der Wertschätzung, Menschen nicht in die Abstellkammer zum Interview zu führen und mich vorher kundig zu machen, mit wem ich es in der Nicht-Abstellkammer zu tun habe. Nämlich mit einer Art Direktorin, die nur so* arbeitet.

Irgendwie ist es kalt. Und es liegt nicht am Wetter (das ist auch kalt, stattgegeben).

Das kommt dabei raus, wenn man sich den Grafiker und den Fotografen...

... und Beratung spart:

40 000,00 EUR Schulden.

Und mindestens 4 unterschiedliche Versionen der Geschichte aus der lieben Qualitätspresse. Kleine Presseschau mit dem SPIEGEL obenauf. Unklar ist nur, welche Version von wem nun stimmt :-)


Quelle 1: http://www.spiegel.de/spiegel/0,1518,552565,00.html

Die Geschichte - zumindest so, wie sie heute am 10. Mai, der SPIEGEL erzählt:
7 tapfere Damen aus dem spanischen Hochland wollten einen Anbau für eine Einrichtung ihres Dorfes finanzieren und hatten dazu die Idee, etwas Verrücktes zu tun: Einen witzigen Kalender zu machen, auf dem sie nackt abgebildet waren. (Die ganze Spiegel-Story hier.)

Die Version des BLICK (und zwar bereits vom 16. April - ähm SPIEGEL, wie aktuell bist du eigentlich sonst so?) geht ganz anders:
http://www.blick.ch/news/kurios/muetter-zuerst-nackt-dann-pleite--88728
Angeblich lag es nur an ihrem zu späten Versand, dass sie einen bösen Gewinneinbruch hatten. Wie man aber an den hoffentlich autorisierten Kalenderfotos des BLICK sieht, waren sie schon sehr peinlich und sehr schlecht. Reif für die Hall of Shame.

Noch ein wenig anders sieht es die Badische Zeitung und zwar immerhin am 19. April (!) 2008: Die Druckerei sei schuld für die Lieferschwierigkeiten. Und außerdem sei die wahre Begebenheit aus England von 1999 gewesen: http://www.badische-zeitung.de/nachrichten/welt/54,51-21342605.html

Die Süddeutsche Zeitung wusste das grad noch einen Tag eher als die Badische, genau am 18. April 2008, und dazu noch, dass die Druckerei die spanischen Ladies verklagen wolle:
http://www.sueddeutsche.de/,ra8m1/panorama/artikel/502/170007/

Es hätte so oder so besser klappen können, denn es gab bereits vor einigen Jahren eine wahre Begebenheit aus den 50ern (?) und Erfolgsgeschichte von ähnlich couragierten Damen aus der prüden englischen Provinz für eine ähnlich gute Sache. Wurde sogar verfilmt: Kalender Girls. Nur: Die englischen Damen hatten  - mit viel gutem Zureden - dafür einen professionellen Fotografen gechartert. Der es auch ordentlich und begabt konnte.

Die 7 tapferen spanischen Damen nicht. Sie knipsten nach den Angaben von SPIEGEL leider selber. Besser einen Profi suchen und finden (natürlich nicht den schmierigen am Schluss des Clips):


Das Zauberwort, mit dem man einen guten und dann auch teueren Grafiker/Fotografen und PR-Spezialisten für eine gute, unkommerzielle Sache auf Trab bringt, heißt
pro bono. Und evtl. auch die Druckerei. Hätten die feurigen Spanierinnen wissen können. Und wäre ein märchenhaft erfolgreiche Kalenderaktion geworden.

Unser deutscher Mittelstand ist leider allzu häufig ähnlich unterwegs wie die spanischen Ladies und sagt, wenn seine halbgaren und selbergemachten Hauruckaktionen nicht erfolgreich waren: Werbung sei zu teuer und bringe eh nix.:-)

So oder so - es werden die 7 tapferen spanischen Ladies mit ihren Weihnachtsgirlanden um den Leib dank des verspäteten Medienzuspruchs seitens des SPIEGEL bis in den Sommer hinein jetzt noch einige Kalender verkaufen können. Ich vermute, die Telefone in den Redaktionen von SPIEGEL laufen gerade heiß mit Nachfragen nach den Kalenderblättern. Die Referals auf diesen Blogeintrag - kaum ist er seit einigen Minuten im Netz  - sprechen ebenfalls bereits Bände...

(Disclosure: Nein, das war nicht beabsichtigt, Traffic mittels des SPIEGEL zu erzeugen. Meine Absicht ist, dass man kapiert: Endlich Profis ordentliche Bilder machen lassen, statt auf die never ending story von absichtlichen oder unbeabsichtigten Peinlichkeiten zu setzen: Die Fotos sind definitiv... schlecht, wertlos und nix anderes. :-) Und nicht immer kommen der SPIEGEL, El País oder der Corriere della Sera helfen.

Die Codes in den Köpfen


Das "Design", die gestromte Optik unserer Katze und die spitzen Batman-Ohren, ist nicht "hübsch" oder "niedlich", sondern gnadenlose Inhaltsangabe und Information. Glauben Sie nicht?

Blotched

Dann kommen Sie in unseren Garten. Da randaliert seit eineinhalb Wochen ein Amselmann vor unserem Fenster und fliegt Scheinangriffe aufs Glas, weil dahinter unsere Miez sitzt. Er weiß aus seiner Amselerfahrung heraus, wie das Design einer Katze aussieht und es sagt ihm: Obacht, die will an deine Kleinen im Nest.

________________________________________________________________________

Kurt Weidemann: Design ist keine Oberflächengestaltung, sondern eine Inhaltsangabe.

Ich sehe das auch so und arbeite entsprechend. Viele Verbraucher, aber auch mancher Designkunde eines Grafikdesigners, verstehen Grafikdesign aber ausschließlich als ein oberflächliches “Styling” und beurteilen es auf geschmäcklerischer Basis. Auf dieser persönlichen Geschmacksebene zu bleiben ist schön einfach, führt aber nicht weit, wenn ich Relevantes für Kommunikations -oder Werbemittel erarbeiten will. Ich merke es rasch daran, dass sie es partout - trotz vorhandenen guten Willens - nicht annähernd begründen können, warum sie beispielsweise das schwarzweiße Foto eines Hamburgers auf einer großen quietschzyankaliblauen Fläche toll oder schlecht finden.

Grafikdesign ist immer objektivierbar.

Ein Schwarzweißfoto einer Foodaufnahme taugt eher zur Satire, jedoch nicht für eine positive Einstimmung der Geschmacksnerven, da verbrannt aussehend. Krachendes Zyankaliblau ist ein so aggressives, giftiges Farbspektrum, dass es sich ebenfalls kaum fürs Schmecken eignet. Unser Reptiliengehirn hat genau das seit Jahrtausenden abgespeichert: Vorsicht, giftig!

________________________________________________________________________


Die Optik unserer Blotched Tabby-Miez à la Whiskas-Katze ist nicht: putzig, cute, hübsch. Sondern gnadenlose Inhaltsangabe: gestreiftes Fell für "Tarnung" und spitze Ohren für "Achtung, Jäger".

Immer noch der Meinung, Design ist: Hauptsache sieht irgendwie gut aus? Das sieht der besorgte Amselmann (und mit ihm verwunderte Zielgruppen bei giftigen Essfarben) leider ganz anders.

________________________________________________________________________

Wir lassen die Mieze während der Brutpflege und der Flugschule der Kleinen nicht in den Garten.

Wie Hund und Katz

Texter und Designer sind manchmal so. Wie Katz und Hund. Ich bin die Katz und will es geschmeidig und flirrend, indirekt -"ich bin". Wenn ich nicht darf, schneide ich ihn in Streifen. Er ist der Hund und will nur spielen - "er tut" und funktioniert übers Handeln, die Tat, die Sprache. Das gibt Konflikte vom Feinsten, und die sind gut so. Was daraus entsteht ist interessant, aufregend und alles andere als schon mal gesehen.

So auch dieser Film mit einer Katze genau wie unser Moritz aussehend, mit einem Hundewelpen, der an einen Fuchs erinnert. Super geschnitten und voller Groove. Mit einer Französin, die ich öfter hören möchte.

Genial: ihre Paraphrasierungen am Schluss.


Lyrics

Cats and dogs are...

not our friends

They just pretend
They just pretend

It's just emotions we invent
Like photographs we put on shelves

Cats and dogs...

are not our friends


Scratch their ears
they'll wave their tails
And if it rains again next weekend
It's all because of them

Little doggy
Come to mummy

Cats and dogs...

are not our friends

They just pretend
They just pretend

It's just emotions we invent
So we forget we’re by ourselves

Little catty
Come to daddy

Miaou miaou
Ouaf ouaf ouaf ouaf

Kein Blatt vor dem Mund

Ja, ich nehme kein Blatt vor den Mund. Ich gehöre auch nicht zu denen, die es fertig bringen, in einem guten Restaurant 1 Wasser und 1 Salat aber pidde ohne Dressing! zu bestellen.



Meine Rede ist ja, ja oder nein, nein.

Wer etwas von mir wissen will, kriegt es zu hören. Ich sage meinem Mann und meiner Katze, was Sache ist:

Nein, heute kommst du nicht raus, der Vogel brütet.


Ich sage Kunden oder Prospects, was Sache ist:

Ihr mir vorliegender Text ist leider PR-Konzern-Geschwafel und passt nicht zu Ihrer Zielgruppe -  feuern Sie Ihren Texter.

Ich sage, was mir nach einer Besprechung gefallen hat und was mir nicht gefallen hat. Mir gefällt nicht, wenn Leute mit einem Pokerface zu einem lockeren Erstkontakt-Gespräch kommen. Sich mit einem 200,00 Auftrag aufführen wie ein Harter-Hund-Einkäufer der Autoindustrie, in der Hoffnung, Schweigen mache mürbe und den Preis niedrig.


Daher nehme ich kein Blatt vor den Mund und sage, was ich davon halte:

Sowas ist Mist.

Wie geht ihr mit Designern um. Das erfüllt den Tatbestand des Ratens, für den ein ordentliches Preisangebot nicht möglich ist. Gehts noch.


Ich habe Kunden. Solche, die es schätzen, normal und bodenständig behandelt zu werden. Ohne NLP- oder IHK-Seminar-verbildete Pseudo-Topeinkäufermucken, wenn es nur um Petersilie geht. Hach, ist das entspannend! Ohne Schmu, ohne verlogenen Schischi, ohne Heckmeck.

Am liebsten wäre mir noch, wie früher alles unkompliziert mit Handschlag ohne das Etepetete-Getue des durch die Wolldecke Sprechens.

Dazu ein paar passende Klänge aus unserer Mucke-Sammlung, eins zwei drei:

...und nur das LOGBUCH.

  • Unsere Geschäftswebsites sind die da:

    http://www.the-missinglink.de und

    http://www.gute-worte.de

    LOGBUCH, auf dem wir von unserem kleinen Tandem-Agenturleben berichten. Gemeinsam geschrieben und liebevoll bewirtschaftet von Vroni, Diplom-Designerin, und Wolf Gräbel, M. A., Text. _____________________________________________ Unsere handwerklichen Leisten sind Copytext, Literatur und Design. Darum geht es auch in diesem Logbuch. Wir reden hier über unseren Job und was uns zu seinen Themen bewegt. Damit bestehende Kunden und Menschen, die an unserer Arbeit interessiert sind, wissen wie wir ticken. Wir empfehlen keine fremden Dienstleistungen & Produkte. Wir beraten in unserem Fach Marketing, Design und Text ergebnisoffen. Aber nicht hier auf dem Blog, weil wir Beratung nicht als Gratis-Köder zum Kundenfang sehen, sondern als komplexe Dienstleistung, die es nicht umsonst geben kann. Wir bitten dafür um Verständnis. Alle unsere Beiträge geben unsere subjektive, manchmal sehr persönliche Meinung wider, die bei Fachthemen fachlich geprägt ist. Manchmal sind wir verschiedener Meinung und kabbeln, das betrachten wir jedoch nicht als Schwäche, sondern als notwendige Weiterentwicklung. _____________________________________________________________

Lieber Googlefreund, suchst du was?

  • Was tun? Pech? Warum finden Sie nicht sofort, was Sie suchen? Komische Baustelle, seltsame Anordnung? Abhauen? Dableiben und sich trotz Zeitnot einen Wolf lesen? _____________________________________________ DIE LÖSUNG: Diesen FAQ lesen! Es muss sein :-) ::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::: Warum ist das hier ein Weblog, warum reicht uns der Stress und das Hosting unserer Websiteauftritte nicht :-) ? ::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::: Ein Weblog ist ähnlich einem Forum und lebt - im Unterschied zu einer statischen Website - von der anglophilen und sehr demokratischen Idee des "free speech" und den tatsächlichen, spontanen Kommentaren seiner Leser. Die von uns zügig beantwortet werden. Kommentieren Sie, sagen Sie, was Ihnen zu den Beiträgen und seinen Inhalten einfällt, was Ihnen gefällt, was Ihnen nicht gefällt. Das ist der Grund, warum es dieses Blog hier gibt. Auf einer Website kann man nicht kommentieren, nützen Sie die Gelegenheit hier. Sie werden nicht gesteinigt, Ihre Meinung ist uns willkommen, egal welche. ::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::: Im Augenblick hat unser Blog täglich um die 200 Leser. Es wird von zwei Autoren geschrieben, lebt seit Oktober 2005 und hat seitdem über 200 Fachbeiträge. Das ist für ein persönlich geführtes Fachblog zu "Grafik-Design und Text" recht anständige Mittelklasse. _____________________________________________ Was soll ein Weblog überhaupt oder - kürzer - ein Blog? ::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::: Ein Weblog ist ein digitales Journal, das von immer wieder neuen, oben liegenden Einträgen lebt. Es basiert auf einer bedienungsfreundlichen CMS (Content Management System)-Software, wird am Computer direkt eingegeben und sofort im World Wide Web veröffentlicht. Ein Weblog ist ein Periodical, hat aktuelle, tägliche oder wöchentliche neue Einträge, die sich zu aktuellen Themen und Befindlichkeiten äußern, von denen die jüngsten zuoberst liegen, die älteren Beiträge folgen chronologisch geordnet danach. Am besten, Sie denken dabei an ein Forum. _____________________________________________ Was ist ein Weblog nicht? ::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::: Dieses Blog ist/hat nicht: die gewohnte statische Struktur einer geschäftlichen Website mit "Über uns", "Philosophie", "Presse" undsoweiter. Daher ist das Blog auch anders zu lesen. _____________________________________________ Wie lesen Sie das Blog am besten? ::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::: Eine gute Orientierung ist in der rechte Spalte (bitte unerbittlich nach unten scrollen) zunächst die LETZTEN EINTRÄGE, dann die KATEGORIE, nach emotionalen Themen geordnet, ähnlich wie auf Websiten mit ihrer Menueführung - mit dem Unterschied: je mehr Inhalte zu dem jeweiligen Thema geschrieben wurden, desto GRÖSSER die Schriftgröße - anschließend das "ARCHIV", chronologisch sauber nach Kalenderwochen geordnet.

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So long...

  • ... and thanx for all the fish.
    ... and Thanks for All the Fish. (Douglas Adams) -----------------------------------------------------------------

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