Im Bauch des Automaten

Bei Penny (das ist das, was es in München statt Norma gibt) ziehen sie seit ein paar Wochen ein Programm zur Volksgesundheit durch: Sie haben einen Zigarettenautomaten aufgestellt.

Keinen solchen, wo man seinen Ausweis, seinen Europa-Führerschein, seine Krankenkassenkarte und dann auch noch Geld reinstecken und ein Passwort flüstern muss, das nur wehrfähige EU-Angehörige mit einwandfreiem Leumund kennen, sondern einen, wo man per Knopfdruck seine bevorzugte Marke wählt, unten rausholt und mit aufs Kassenlaufband legt.

Bisher hab ich immer die Smart 30 gekauft, das sind die einzigen mir bekannten mit 30 Fluppen pro Schachtel. Wenn ich welche mit 60 Stück finde, nehm ich die. Kein übertrieben erlesenes Kräutlein, aber sie qualmen und stinken, und was erwartet man mehr von Zigaretten. Meistens nehm ich zwei Schachteln, damit bin ich die ganze Woche versorgt, außer Vroni hat ihre Raucherphase. Von Smart 30, stelle ich mir gerne vor, wird man so smart wie ein Dreißgjähriger.

Offenbar wurde es unrentabel für Penny, die Zigaretten in der Quengelzone zur Eigenentnahme des Kunden freizugeben, weil es immer ein paar Grattler gibt, die sich bedienen und eine anschließende Bezahlung entbehrlich finden, weil man ja so als charakterschwacher Zigarettenvorratshalter doch immer eine frische Packung einstecken hat.

Wiederholt wurden die Kassiererinnen bei Penny deshalb angehalten, die Zigaretten im Fußraum ihres Kassensitzes zu horten. Das war sehr kommunikativ, weil immer für Gesprächsstoff über den Unterschied zwischen Smart, Smart 100, Miami 100, Marlboro 100, normalen Marlboro, Smart 30 und Zigaretten gesorgt war. Penny stellt offenbar für die Kasse nur Nichtraucherinnen ein.

Vor wenigen Wochen war deshalb auch nicht länger rentabel, sie in kostspielige Fortbildungen für Produktkunde zu schicken, nur weil die letzten paar Junkies, die da einkaufen, nicht vom Stoff loskommen. Eines Tages stand der Zigarettenautomat da, wo gestern noch Zigaretten erhältlich waren; nur Feuerzeuge sind anscheinend nicht so der, nun ja: Mitnahmeartikel.

Cool, denke ich, so viele Knöpfe. Und fünf davon mit meinen Smart 30. Und in der Mitte ein grünes Licht, dass ich wählen soll. Einen von fünf Knöpfen für Smart 30 (30 Stück, Schachtel 5,70 Euro) drücken:

"Biiiiiiiep!"

Haha, lustig. Es rumpelt und poltert im Bauch des Automaten. Und sogleich geht das Licht darunter an, diesmal ein weißes, dass die Marke nicht erhältlich sei. Zehn Sekunden lang, damit ich bequem zu Ende lesen kann. Und danach das gelbe Licht: Ich soll die Kassiererin fragen. Zehn Sekunden lang.

Na, wenn sie den Automaten haben, wird die Kassiererin mir was husten, wenn ich nicht alle Knöpfe durchprobiere, denke ich. Und warte die nächsten zehn Sekunden lang, in denen überhaupt kein Licht leuchtet. Und dann wieder das grüne. Dass ich wählen soll. Ich wähle den zweiten Knopf, auf dem Smart 30 (30 Stück, Schachtel 5,70 Euro) steht.

"Biiiiiiiep!"

Es rumpelt und poltert im Bauch des Automaten. Und sogleich... aber Sie sind ja aufmerksame Leser.

Fünf mal vierzig Sekunden, das kann ich kaum im Kopf in Minuten umrechnen, ich hab nur Lesen und Schreiben studiert und die Steuer macht immer meine Frau, außerdem geht Rauchen auf die Intelligenz. Aber dass hinter mir auch noch Leute an die Kasse wollen, kann ich mitvollziehen. Schon erheben sich die ersten Stimmen:

"Ja Herrschaftzeitn, valleicht geht do boid wos weider do vorn?!"

Ist ja gut, ich hab ja noch fast eine halbe Schachtel. Demütig bezahle ich mein frisches Gemüse, gesunde Fruchtsäfte und glückliche Eier von freilaufenden Bauern.

Am nächsten Tag freue ich mich auf einen aufgefüllten Zigarettenautomaten und richtig frischen Knaster.

"Biiiiiiiep!"

Fünfmal.

Hinter mir:

"Ja Herrschaftzeitn, valleicht geht do boid wos weider do vorn?!"

"Dass diese unbeherrschten Raucher auch immer und überall unangenehm auffallen müssen!"

Ein Kiffertyp mit zwei Kartons Rotweinimitat im Wagen fragt: "Könnse nich ne zweite Kasse aufmachen? Hier geht ja seit Stunden gaa nix mehr voran bei Ihn', mit dem Ar... mit dem Herrn da."

Am rechten Ohr trifft mich eine biologisch angebaute Aprikose (Spanien, Kilogramm 2,49 Euro).

Raucher sind friedfertige und tolerante Menschen, Nichtraucher gesunde und selbstbewusste. Wahrscheinlich, weil sie moralisch immer automatisch im Recht sind. "Automatisch", hahaha... Demütig bezahle ich irgendwelchen Bioschlonz, weil ich erst gestern einkaufen und nur wegen Zigaretten hier war.

Zu Hause freut sich Vroni, dass ich neuerdings so viele Bioprodukte einkaufe. Soll sie ruhig. Das einzige, was bei Penny nicht bio ist, wären die Zigaretten.

Am nächsten Tag brauchen wir... hm, Biokatzenstreu vielleicht. Ich gehe Zigaretten holen.

"Biiiiiiiep!"

Fünfmal. Jetzt reicht's. Ich frage, wie vom Automaten empfohlen, die Kassiererin: "Habt ihr vielleicht auch Smart 30?"

"Ziggreddn, moanen S'? O mei... Sie san heit scho der Zehnte."

Sie bückt sich und kramt unter der Kasse einen Schlüssel hervor. Verschließt und sichert die Kasse. Steht mühsam auf. Quält sich aus ihrem Kassenställchen. Schaukelt arthritisch zur anderen Kasse hinüber, wo der Automat triumphierend vor sich hin feixt. Bückt sich unter Ächzen über das Laufband, um dem Automaten tief unten ihren Schlüssel in den Bauch zu bohren. Er passt nicht.

"Herr Scho-Schack??!?"

In der Bürotür neben den Kassen erscheint ein übellauniger Neger. Er füllt die Tür ganz aus.

"Ham mir no... Wos ham Sie gsagt?!"

"Smart 30 bitte."

"Ham mir no de Ziggreddnbaggl do, de großn ?"

"Im Lager mir nix. Automat." Herr Jean-Jacques, die beeindruckende Führungskraft mit schwarzafrikanischem Migrationshintergrund, vermutlich von der stolzen Elfenbeinküste, deutet mit Nachdruck auf den Automaten, funkelt mich feindselig an, merkt sich mein Gesicht und zwängt sich in sein Büro zurück. Glück gehabt.

"Ja mei", sagt die Kassiererin, "wenn do nix drin is..."

"Wenn do nix drin is", lasse ich mich hinreißen, "wenn halt nix drin is in eierm saudummverrecktn Scheißdrecksblechhaufm überanand, vielleicht füllt ihr den zwischndurch amal auf?! Is ja wie vor zwanzg Jahr in der Zone! Des macht doch Ihna aa kan Spaß, wenn S' dauernd aus Ihrm Häusl rauswalzn müssn und nachschaun, ob wirklich immer no nix drin is!"

Recht so. IHK-Wochenendkurs Kommunikationstraining: Nicht nur destruktiv rumpöbeln, sondern den Gesprächsgegner immer mit ins Boot holen.

"Ham S' doch ghert, dass nix am Lager is."

Sie quält sich zurück in ihren Stall, öffnet die Kasse und kassiert mein Dreierpack Feuerzeuge ab.

Hinter mir kocht der Volkszorn. Kaum habe ich Zeit, meine Feuerzeuge zu verstauen, da werde ich von einem lynchbereiten Mob unter Anti-Raucher-Parolen mit Bio-Tiefkühlspinat (400 Gramm, einschließlich Blupp) aus dem Laden gesteinigt.

Am nächsten Tag fahre ich zu einem Plus in Schwabing. Da haben sie welche mit immerhin 24 Stück pro Schachtel. Power heißen die. Kann man immer brauchen.

So ein Marketingaufwand, nur um dem Verbraucher zu vermitteln, dass Zigaretten bald teurer werden.

[Hier sollte Ihr Musikvideo stehen.]

Soundtrack: Ruth Händel: Das ist bestimmt meine letzte Zigarette, 1975: auf Youtube gesperrt.

Ich bin so gut.

Es hat schon seinen Sinn, dass ich Texter geworden bin. Dochdoch.

Letzthin hier so in München: Regen, regen, regen. Und dazwischen immer so: Hitz, hitz, hitz, die Sonne jetzt immer so, zwischen dem Regen. Schein, schein und alles.

Dann ich immer so: Vorm Haus sitz, Pause mach, chill, chill. Die Woche auf einmal so: von weitem: so eine Frau. Stöckel, stöckel, den ganzen Gehsteig brauch, Hintern schaukel, Röckchen weh, nach Parfüm stink. Und ich halt so: Glotz.

Sie dann halt immer näher, muss aufm Gehsteig an mir vorbei. Und dann sie so, sagt die nicht so zu mir:

"Wos schaustn so?"

Und dann musst du dir mal meine Schlagfertigkeit vorstellen. Ich so, ganz ohne Konzept, ohne Briefing, ohne Dings, einfach so weil ich das gelernt hab, mit dem Deutsch und dem Texten und alles, sag ich nicht so zu der:

"Lass mi halt schaun."

War halt nicht so die Zielgruppe.

Frau halt: Deke Dickerson and the EccoFonics: Redheaded Woman,
WRFG FM 89.3 studios in Atlanta, Georgia, Sagebrush Boogie show, 10. Februar 2000.

Die typische Handbewegung eines Grafikdesigners im Aufzug


Oder: Warum Elevator-Pitches krachdumm sind.

Ketzerey: Ich glaube nicht, dass man bei Übungen für Elevator-Pitsch-Veranstaltungen fürs echte Leben trainieren kann. Man kann versuchen, Investoren damit zu beeindrucken.


Im echten Leben wird man meist das "Und was machen Sie so?" als rhetorische Frage gefragt, die keine tiefschürfende superschlaue Antwort innert der Laufzeit eines Adidas-Spots erwartet. Man fragt das nur als soziale Übersprungshandlung, aus lauer Neugierde, wenn keinem im Smalltalk was Gescheites einfällt^^. Jeder kennt das auf gnadenlosen Visitenkarten-Parties, beim gemeinsamen Essen nach Vorträgen oder im Hotel-Foyer. Das Gegenüber erwartet eigentlich nicht wirklich einen perfekten 30 sec. Maschinengewehr-Vortrag. Es ist eher wie beim amerikanischen "How do you do?". Es wird lediglich ein "Oh, I'm fine!" erwartet. Liefert man den tiefschürfenden Supah-Vortrag mit in rascher Sprache trainierter Zunge dennoch ab, entpuppt man sich meist dem Fragenden als naiver Business-Langweiler, der brav aufnimmt, was alle so sagen, was man tun und sein müsse. Voll uncool.


Da ich von Natur aus ein sehr faules Zirkuspferd bin, überlege ich sehr genau, ob sich für meine Geschäftserwartung so eine Zirkusvorführung lohnt. :-)

Wenn mich jemand fragt: Und was machen Sie so?
mache ich einfach lächelnd eine typische Handbewegung...
Ist das "Opfer" immer noch interessiert, wird es weiterfragen...
Wenn es eh nur eine rhetorische Frage war (was es meist ist),
ist es zumindest amüsiert.
Also Schritt für Schritt, und abwarten, was passiert: Ob sich echtes Interesse einstellt.
Aber keinesfalls sofort zum Voll-Vortrag ausholen. Max. 1 Satz.

In der klassischen Werbung ist AIDA fast tot, aber damit kann das faule Zirkuspferd im echten Leben noch etwas damit anfangen: Attention...., .... interest...


[Weitere Ketzerey, da ich Elevator-Pitches eh nicht leiden kann: Wenn man bedenkt, dass der Ursprung des Elevator-Pitches angeblich darin lag, dass Angestellte versuchten, im Aufzug den Entscheidern, die in den 7. Stock fuhren, ihre Superideen zwecks Beförderung aufzuschwatzen - höhere Tiere residieren immer im 7.Stock und exakt so viel Zeit zu reden hat man... Wenn man das bedenkt und man sicher weiß, dass Vorstände ihnen unbekannte Firmenmitarbeiter  im Aufzug keinesfalls fragen:"Und was machen Sie so?" kann man sich ausmalen, wie wenig realitätsbezogen die Kunstform Elavator-Pitch ist. Sie hilft maximal dabei, sich zu zwingen, sich Gedanken zu machen, wieviel und wie interessant - und wie sozial angemessen - man seine Sachen preisgeben könnte. Der Lastwagenfahrer in der lustigen Eckkneipe will da anders "unterhalten" werden als der FAZ-Journalist, der einem im ICE gegenübersitzt und nett fragt, was man denn "so mache". Also sollte man eigentlich besser seinen situativen EQ trainieren als in jeder Lebenslage starr zu versuchen, ein Assessment-Center-Perfekti zu sein.]

Dazu themennahe Begleit-Musik, beginnend mit "basement". Bob Dylans Version des Elevator-Pitch. Er ist der Beste. Das ist sein Text dazu:  http://www.lyricsfreak.com/b/bob+dylan/subterranean+homesick+blues_20021303.html  So einen Pitch würde ich machen (I'll play the harmonica, the friendly wolf plays the banjo or the steel guitar...) - alle anderen nur unter Protest, da sie unter das Langeweileverbot seit 1611 fallen:


"Machst du mir bis Donnerstag ein .mp3 mit allen Münchner Bushaltestellen?" — "Iss deine Frühstückszerealien, Schatz."

In München sind die Woche über viele neue und erfreuliche Sachen aufgefallen. Leider sind die neuen nicht erfreulich, und die erfreulichen sind nicht neu.

Das Neue:

Die Münchner S-Bahn sucht bairische (schon richtig: nicht "bayerische" und schon gar nicht "bayrische") Sprecher (siehe dazu auch die Auslassungen aus Hamburg und Wien). Gewünscht sind eine klare Aussprache, eine angenehme Stimme sowie die Bereitschaft, ohne Bezahlung mehrere Tage lang in einem Berliner Tonstudio an Münchner Stationsansagen zu basteln und die Aufnahmen auch Jahre später noch zu aktualisieren sowie für Interviews der Medien zur Verfügung zu stehen. Und in München wohnen sollte man, klar. Wegen der Updates über die Jahrzehnte. Auch für die englischen Versionen ("Exitze to-wäin onzer reithend seit") werden endlich ordentliche englische, in München gestrandete Natives gesucht. Aussagekräftige Bewerbungsunterlagen mit digitaler Sprechprobe und Begründung für Ihr Interesse bitte an die S-Bahn München, Abteilung Marketing, Orleansplatz 9a, 81667 München.

Ein guter Job, wenn man ihn kriegen kann. Richtig was für einen fundiert ausgebildeten Sprecher, ein hochspezialisiertes Anforderungsprofil, endlich was Reelles für gleich zwei Absolventen der Theaterwissenschaften oder spezialisierte Logopäden oder solche unterschätzten Berufsstände — da übersieht sich leicht das Klauselchen "ohne Bezahlung". Wer es mit seinem schwerfälligen, unbeholfenen Zungenschlag jetzt noch nicht bis zum Broadway geschafft hat, kann jedes Jahr mal am Odeonsplatz umsteigen. Bei solchen Connections springt sicher wenigstens die MVG-Fahrkarte ins Aufnahmestudio oder eine städtische Beratungsstunde beim Ausfüllen von Hartz-IV-Anträgen raus.

Viel wird sich nicht ändern. Der Münchner, der sich immer noch unter den Pöbel in den öffentlichen Verkehrsmitteln zu mischen bereit ist, statt die Donnersbergerbrücke mit seinem Privatfahrzeug zu verstopfen, muss wohl auch weiterhin nicht auf Ansagen wie "Iwaroi zuasteing bittschön Herrschaftzeitn, aa der Hanswurscht do an da hintern Düür, dann kemmaraa schnöller weider olle!" verzichten. Eher im Gegenteil. Immerhin wird der Zugereiste "nicht durch schwer dechiffrierbare Dorfdialekte verwirrt" und der Geisteswissenschaftler endlich mal wieder von kompetenter Stelle auf seinen Platz in der Nahrungskette hingewiesen.

Das Erfreuliche:

The Rolling Stones: Far Away Eyes aus: Some Girls, 1978:

And the preacher said, you know you always have the Lord by your side. And I was so pleased to be informed of this that I ran twenty red lights in His honor. Thank you Jesus, thank you Lord!

Man soll hier vor allem die mimischen Verrenkungen des ausgebildeten Vortragskünstlers Michael Jäger beobachten und den heiligen Ernst in der Darbietung des traditionellen Volksgutes von Seiten seiner unterstützenden Musiker. Das macht vieles gut. Im Link finden Sie den Text zum Mitmiauen.

Der Umschlag in der Krise

Update zu Osterurlaub:

Karstadt schließt. Wie gewöhnlich um 20.00 Uhr, jetzt dann bald für immer.

Sperrt Karstadt jetzt zu? Nein, die Filialen bleiben in vollem Umfang geöffnet, verspricht der Konzern.

Ja, klar. Wer der Fronleichnamsausgabe der Abendzeitung nicht glauben wollte (Seite 2).

Selbst wenn wir nie was dort gekauft haben, weil wir gleich in die Apotheke gekonnt hätten: Karstadt wird uns fehlen. Das haben sie davon, dass sie perfekt funktionierende Häuser, in denen man Sachen kaufen kann, vulgo "Kaufhäuser", in "Erlebniswelten" umbauen mussten: eine Krise. Seitdem fallen jeden Samstag erlebnishungrige Bauern aus Münchner Vororten wie Aschheim, Augsburg, Ingolstadt, Landshut, Unterhaching und Vaterstetten (alphabetisch) über die paar Quadratmeter um den Marienplatz her und grabbeln in reduzierten Büstenhaltern. Ihr Geld überlassen sie der Tankstelle.

Dreißig Jahre ist es her, da hat mein Schulkumpel im Nürnberger Karstadt ein Federmäppchen geklaut, um den elterlichen Zuschuss für Wichtigeres zu sparen, der konnte zu Hause was erleben. So sah die Erlebniswelt Karstadt aus, und alle waren glücklich (außer meinem Kumpel). Nach Ende des Mietvertrags 2010 werden die zwei Karstadt-Häuser in der Münchner touristischen Rennmeile erwartbar in Parkhäuser oder Sammelgebäude für Dönerbratereien und Taschengeldwaschanlagen für ephemere Plastikscheiße umgebaut.

the missing link, Ihre Lieblingsagentur für brauchbare Konsumgüter, wird von Karstadts Dahingang einschneidend betroffen. Dort gab es nämlich die einzigen zurechnungsfähigen Briefumschläge, die ich kenne: 50er-Packungen Versandtaschen etwas größer als DIN A4, reinweiß und nicht im gängigen Braun von Umzugskartons, die schon in drei Kiffer-WGs als Kleiderschrank gedient haben, die Lasche lang genug, dass man ohne Verzweiflungsakt eine vollständige Präsentation darin verschließen kann, eine Gummierung, der man nur von weitem die Zungenspitze zeigen muss, damit sie unbarmherzig zuklebt, und als Alleinstellungsmerkmal: die Öffnung an der Längsseite!

Seit ich diese Umschläge kenne, ist mir ein Rätsel, wie irgend ein anderer Anbieter auf dem Schreibwarenmarkt je die Öffnung an der kurzen Seite anbringen konnte. Sie tun es alle.

Die einzigen Umschläge, für die wir regelmäßig Rückmeldung bekommen haben: Die sind ja klasse, wo haben Sie die her, die kann man ja richtig benutzen, sehen auch ganz edel aus, muss ich haben, warum sind nicht alle so? Meine Textaufträge für Bewerbungsschreiben schlossen immer auch die dringende Empfehlung ein, die Bewerbungsunterlagen in den längsgeöffneten weißen A4-Versandtaschen von Karstadt und keinen anderen zu verschicken, und was soll ich sagen: Die Leute wurden einer nach dem anderen genommen. Das sage ich, ohne meinen Anteil an diesen Erfolgen unnötig zu schmälern. Etwas scheint falsch daran oder unrentabel in der Herstellung, denn Deutschlands einzige diskutable Versandtaschen gibt's jetzt nicht mehr. Weder bei Karstadt noch sonstwo.

Ich war konsumwillig, ich trat auf als informierter, mündiger Verbraucher, der eine klare Vorstellung von seinen Bedürfnissen hat, und machte mich auf zu Karstadt, um seine Konkursmasse durch einen Hamsterkauf zu entlasten. Haushaltsartikel 50 % reduziert, hing überall von der Decke; Schreibwaren halten offenbar zu lange, um sie verbilligt den verstaubten Käuzen zu überlassen, die heute noch Sachen im Umschlag statt im Download verschicken wollen.

In dem Regal, in dem ich zuverlässig seit einem Jahrzehnt die Briefumschläge meines Vertrauens wusste: alles voll kackbrauner A5-Tüten mit schmaler Öffnung, die Laschen herstellerkostenbewusst gummiert und keinen Millimeter zu lang.

Der mündige, konsumbereite Verbraucher in mir fragte die Verkäuferin, übrigens nicht die übliche Alpha-Türkin beim After-Hour-Clubbing, sondern eine respektable Substitutin mit geflügelter Hornbrille. Die erinnerte sich nicht, jemals dergleichen geführt zu haben, hielt jedoch Versandtaschen wie von mir beschrieben für eine wirklich gute Idee. Sollte man sofort erfinden.

So verstärkt sich "die Krise" selbst: Mit den anstehenden 43.000 Arbeitslosen aus der Arcandor-Insolvenz ist es ja nicht getan. Der Schreibwarensubstitutin aus dem Oberpollinger-Haus am Dom wollen wir wünschen, dass sie in ihren 40 Dienstjahren schon mal einen Rentenanspruch wenigstens auf Hartz-IV-Niveau zusammengewirtschaftet hat und beim Baron von Ullmann, Mädi Schickedanz und ihresgleichen vielleicht noch ein bissel putzen gehen kann. Aber was machen die anderen 42.999 aufstrebenden Alpha-Türkinnen, Metzgermeister, Reisekauffrauen und was sich bei Karstadt alles tummeln durfte, die noch was vorhatten im Leben, wenn sie sich jetzt weiterbewerben müssen, damit der vorsortierende Praktikant den Umschlag überhaupt öffnet? Eine witzige Diddlmaus draufkleben?

Es wird gespenstisch, so ohne Karstadt. Da kann man sich ja gleich vorstellen, dass im Straßenbild plötzlich kein Opel mehr mitfährt oder... Moment...

Soundtrack: Leonard Cohen: "I fought against the bottle, but I had to do it drunk. Took my diamond to the pawn shop, but that don't make it junk", aus: Ten New Songs, 2001.

Das Bild der Woche: So sehen Nobelpreisträger aus

Thomas und Katia Mann 1929, Stern 51, 2001

Man kann viel gegen Thomas Mann einwenden und tut es auch. Ein widerwärtiges Großbürgerschätzchen muss er gewesen sein; kein Problem — oder eben doch eins —, dass er schwul war, aber dazu stehen hätte er ruhig dürfen, statt sich selbst samt seiner Familie mit dem aggressiven Depri aus seiner ungelebten Sexualität zu sekkieren. Damit hat er Frau und Kinder bis mindestens ins dritte Glied mit in seinen Sumpf gezogen, mehr Glieder sind es aus zeitlichen Gründen bis jetzt nicht. Ein richtig gelungenes Leben hat niemand aus seinem Umfeld, alle waren sie überschattet von diesem übellaunigen Monument von Oberhaupt, das eigentlich Goethe sein wollte und sich wahrsacheinlich für ihn gehalten hätte, wenn er nicht entschieden zu gescheit dafür gewesen wäre. Ein Hoher Sohn, ein übersteigerter Vater. Der Mann verkörpert alles, was man aus begründetem Selbstschutz hasst. Einfach ekelhaft.

Nicht einmal der Nobelpreis 1929 konnte ihn befriedigen: Daran hatte er zu mosern, dass er ihn für seinen Erstling, die Buddenbrooks bekam statt für sein Lieblingsbuch, den Zauberberg, das 800 Seiten lang einem jungischen Großbürgerschätzchen zuschaut, wie es sich sieben Jahre lang langweilt.

Und das ist die Stelle, an der wir aufhorchen sollten: Da hat er doch Recht, der Mann. Einen Nobelpreis für diesen belanglosen Schnelldurchlauf einer Familiengeschichte von Buddenbrooks? Der Zauberberg dagegen, die thematisierte Langeweile, die er jedoch mit einer so bestechenden Klarheit ausgewalzt hat, dass sie tatsächlich auf keiner der 800 Seiten langweilig wird, nur eins von ziemlich vielen, ziemlich dicken Folgebüchern? Sagt, was hatten die in Stockholm für Übersetzungen? Alles was recht ist: Da konnte sich der verknieste Krauterer ganz gut selbst einschätzen.

Alle Vorwürfe gegen Thomas griffen, wenn er sich mit seiner geradezu sprichwörtlichen allfälligen Ironie (allein schon das Wort...) von oben herab raushängen ließe, dass er sich gerade nur gemein macht. Das tut er nicht. Er schont sich nicht, er weiß, was er für ein Arsch ist, selbst noch in jedem Moment seiner Sitte, jedes Wort, und er braucht viele davon, in moralische Anführungszeichen zu setzen. Er ist unglücklich geblieben dabei. Er hat seine Lieben noch mitgerissen, was ihm vermutlich nicht recht war, aber es hat sich nun mal nicht anders ergeben. Für sein Leben war alles, was er tat, sinnlos, jeder heutige Freizeitpsychologe könnte ihm Besseres raten -- aber ich glaube, dass er aufrichtig war. Er hat nichts geändert, er hat nur getan, was er am besten konnte: auf verdammt hohem Niveau schreiben.

Seine Bücher sind ernst, meist sogar tragisch, es geht viel um die Schmerzen des Künstlers, an denen er sicher selbst litt, und gegen die er mit einem Schnäpschen am Morgen anging, das er sich ins Arbeitszimmer hinterhertragen ließ. Wenn man sich auf den Tonfall einlässt, findet man an allen Ecken und Enden was zu grinsen. "Ohne Furcht vor dem Odium der Peinlichkeit" (Der Zauberberg, Vorwort) schickte er mehr oder weniger latent schwule Schreiber in Tod, Elend, Verdammnis, Bedeutungslosigkeit oder mehreres davon, und wenn er es mit seinen letzten paar Freunden verderben musste (in Wälsungenblut die dekadentesten Adelsbengel der Literaturgeschichte im Inzest aufeinanderhetzen! gegen Schluss von Doktor Faustus noch den süßesten aller Himmelsknaben ins Kindergrab senken! anhand allzu leicht entschlüsselbarer realer Vorlagen!) -- aber so, wie er es sagt, liegt in allem ein menschlich umfassender Trost. Er hat Epigonen in Legion, aber das konnte nur er.

So gesehen ist er gar nicht so weit weg von Goethe, nur dass seine wenigen Gedichte noch mieser sind. Ver-dichten lag ihm nicht, er brauchte Platz, und davon jede Menge.

Jener Zauberberg und Doktor Faustus gehören zu den paar Büchern erheblichen Umfangs, die ich gleich zweimal durchgehalten hab und nicht anstehen werde, ein drittes Mal zu lesen, was ja alles Lebenszeit bedeutet; wegen dem letzteren hätte ich ums Haar angefangen, Musikwissenschaft zu studieren (Kontrabass vielleicht, Kontrabass ist cool. Im Seniorenstudium vielleicht), und im Tod in Venedig, der uns allen einst zahlreiche Deutschstunden sinnlos verlängern half, tritt eine Nebenfigur auf, und zwar zwei Mal, die er beim ersten Mal unnötig lang und breit beschreibt. Beim zweiten Mal noch einmal -- aber jetzt mit einem vollständig anderen Wortschatz. Man muss sehr genau dabeibleiben, um überhaupt mitzukriegen, dass es die gleiche Person ist. Diese beiden Stellen haben mich, der ich über der Kunst der Personen- und Landschaftsbeschreibung die Vorzüge des Mediums Comic schätzen gelernt habe, sogar noch einmal zu Karl May getragen, der seine zusammenerfundene Schießbude der amerikanischen Great Plains mit einer sächselnden Geisterbahn bevölkert hat. Und es wurde besser davon. Ob Thomas Mann das gewollt hätte?

Es war sicher nicht seine Absicht, wohl aber sein Verdienst. Wahrscheinlich hätte er sich das dünne Haar gerauft und es als weiteres Zeichen künstlerischen Scheiterns gedeutet, oder schlimmer: von Missachtung und Unverständnis selbst noch des interessierten Publikums. Mein Wohlwollen für Vater Thomas Mann ist angelernt, aber solide, helfen kann ich ihm aber nicht. Und seine Künstlerschmerzen sind so echt wie die leise laufenden Tränen über seinem etwas verkniffenen, zwanghaft ironischen Lächeln.

Und das rettet ihn. Der Mann ist -- leider -- gut.

1929, vor 80 Jahren, bekam er seinen zähneknirschend angenommenen Nobelpreis. Von seiner Reise nach Schweden stammt ein Pressefoto, das ihn mit seiner Frau Katia am Bahnhof zeigt.

"Ja grüß Sie Gott, Herr Mann! Gut, dass wir Sie hier treffen. Wollen Sie nicht kurz mit Ihrer Frau für eine Photographie posieren?"

"Wir haben leider nicht viel Zeit, junger Mann. Die Bahn fährt auch ohne uns ab, wenn Sie verstehen."

"Selbstverständlich, Herr Mann! Stellen Sie sich einfach hier auf und tun Sie so, als ob Sie Ihre Frau leiden könnten, es dauert ja nicht lange, ha, ha, ha..."

"Mir scheint, wir haben es hier mit einem Scherzbold zu schaffen, meine liebe Katia. Wir wollen ihm den Gefallen tun."

"Belieben Sie doch gefälligst die werten Beine über Kreuz zu stellen, Herr Mann! Das wirkt sicher besonders intelligent!"

"Etwa so, junger Freund?"

"Ganz famos, Herr Mann! Man merkt sogleich den Fachmann, wenn ich so sagen darf, Herr Mann! Und rücken Sie doch Ihr kleidsames Henkelkissen ins Bild! Das weist Sie als besonders ausgebufften Weltreisenden aus!"

"Ganz wie meinen. Nun muss es dennoch genügen. Die Bahn, Sie wissen..."

"Selbstverständlich, Herr Mann! Wir haben Sie bereits 'im Kasten', wie wir Pressephotographen sagen. Haben Sie recht vielen Dank und viel Glück auf Ihrer Reise!"

So springt Deutschland mit seinen Helden um. Der Stern hat das Bild Ende 2001 aus den Tiefen des Ullstein Bilderdienstes ans Licht gezerrt, und selber bin ich ja auch nicht besser. Und Sie speichern es wahrscheinlich und empfehlen es als funny forward herum, wenn sich schon mal dergleichen von einem Dichterfürsten findet. Alles für die Kunst. Das hängt ihm jetzt 80 Jahre lang nach, dem Mann.

Heute wird er 134. Vielleicht waren das Gründe genug, 2010 zu einem kleinen Thomas-Mann-Jahr auszurufen. Der Buchhandel arbeitet zweifellos fieberhaft dran.

Der Mann und seine Frau: Thomas und Katia Mann, Berlin 1929: Ullstein Bilderdienst für den Stern 51/2001. Bildunterschrift: "Thomas Mann und seine Frau Katia 1929 in Berlin. Der Dichter mit Hut, Stock und Henkelkissen erhält in diesem Jahr den Nobelpreis."

Das Bild der Woche:

Miss Marple, Murder She Said. 16 Uhr 50 ab Paddington, 1961

Wahrscheinlich Vista Home Premium.

Diese Steilvorlage für alle Mac-Jünger stiftete Metro-Goldwyn-Mayer 1961 in Murder, She Said, deutsch: 16 Uhr 50 ab Paddington, der ersten von vier Miss-Marple-Verfilmungen mit Margaret Rutherford. Das Buch mitsamt dem Autor wurde für den Film erfunden.

She's Unable to Lunch Today

Seit Youtube praktisch untersagt und wirkungsvoll unterbunden hat, dass Musik abgerufen werden kann, wird wieder klar, was das Demokratische am Internet sein soll: Jedem das Seine heißt eben nicht: Jedem das Gleiche.

In deinem Land ist auch nicht alles verfügbar.

In "meinem" Land (na gut, anteilig schon, bei Google und seinen angeschlossenen Anstalten kennen sie bestimmt meinen Steuersatz) ist eben das Copyright für die ganzen Musikvideos nicht frei, die ich bis vor etwa vorgestern bookmarken, angucken und auf volle Lautstärke hören konnte. Ist ja auch korrekt so, der Umgang mit Rechten an abstrakten Erzeugnissen ist ein großes Thema, gerade in meinem Gewerbe.

Und dann muss doch wieder mit Mythen aufgeräumt werden wie: "Das Urheberrecht ist dasselbe wie das Copyright".

Ein Mythos ist das? Noch einmal: Na gut. Ich hab auch lange gedacht, der Hirsch sei der Vater, das Reh die Mutter und das Bambi beider Kind. Youtube tut, was es kann, und hat schon mal angefangen, Disney-Filme zuzusperren. Keine Ahnung, ob sie denn noch in jemandes anderen Land verfügbar sind, vielleicht will Disney einfach nur ein paar Backups schaffen, die nicht seinen eigenen Server vollstellen. Oder bei Youtube wird das Salär schmaler und die Arbeitszeit länger, wie man das so kennt, und die für alles verantwortlichen Praktikanten wollen ein paar Kindheitserinnerungen konservieren. Als Nutzer, der nicht mal für die Werbevideos, die er anschauen will, bezahlt, kann man hier nur spekulieren.

Nun bedeutet Demokratie ja auch, dass man für seine Gewohnheiten bei der Mediennutzung nicht erschossen wird, sondern sich sozial selbst aushungert. Das entlastet die Regierung und belässt die Schuld bei den Schuldigen: nämlich den Opfern. Und Unternehmen, die sich ausschließlich auf den Böden lupenrein demokratischer Grundordnungen bewegen, wie zum Beispiel das ehrenwerte Youtube, behalten das Sagen. Es bleibt also alles wie früher: Im Internet bleibt der Vorteil bei den Inhabern von Kapital — hier: von Speicherplatz. Und die digitalen Loser, die mal dachten, sie könnten daherkommen und geldwerte Vorteile abzweigen, werden auf ihren Platz verwiesen — hier: draußen.

Demokratie und Wertkonservatismus — das wollen doch immer alle. Also schnell noch die verbliebene Musik im Internet weghören und auswendig lernen, da hat man was fürs Leben. Nämlich Bildung, und das wollen wir auch alle.

Soundtrack sei deshalb ein "very rare" Video von den Pogues aus Irland, dem alten Widerstandsnest, mit Kirsty MacColl (kennen Sie nicht? Das Wichtigste über die hab ich mal andernorts zusammengestellt): Miss Otis Regrets & Just One of Those Things. Da haben Sie gleich zwei Videos auf einmal (das wollen doch immer alle).

Logo von PRAKTIKAWELTEN.de


Voher:

Praktikawelten-alt



Nachher:


Praktikawelten-neu


Vorher etwas Missionsstationshaftes, jetzt Babysitteragentur?

Die Neugestaltung ist nicht von uns (the missinglink).
Ich bin am Überlegen, ob ein Babyfußabdruck wirklich das richtige Signal für die Vermittlung von Praktikanten in alle Welt ist.

Das neue Logo befindet sich in genau dieser Größe auf der konzeptionell unveränderten Website www.praktikawelten.de

Das alte Logo der Website platziert auf der Website findet man auf diesem Archivlink


Rettet die Animalexotika

Update zu Ahnungsvoller Mittelstand:

Der Eber ist oft missgestimmt,
weil seine Kinder Ferkel sind.
Nicht nur die Frau, die Sau alleine,
auch die Verwandten: alles Schweine!

Im Frühling 2009 bisher gelernt: Nicht alle Animalexotika stammen von Robert Gernhardt. Genau das angeführte, das der Münchner Mittelstand auf dem Viktualienmarkt verwendet, um geflochtene Pinguine crosszusellen, entstammt allen Recherchen zufolge (vor allem Dagmar Schmauks: Ringelschwanz und rosa Rüssel. Stilisierungen des Schweins in Werbung und Cartoon in: IMAGE, 15. Januar 2006) dem lizenzfreien Volksgut.

Dem Viktualienmarkt scheint's nicht schlecht zu gehen und man wird nach Jahren mal wieder an die Kunstform des Animalexotikums erinnert, die nicht mal googelbar ist. Mal sehen, was man in vergangenen Lenzen schon aus der Slapstick gelernt hat.

Bild: Selber gemacht, Viktualienmarkt, Frühling 2009.

Knallrosa im Webdesign. DER Trend?


Bin derzeit fassungslos. Das heißt was, denn ich habe schon einiges gesehen.
Jetzt muss ich mich halt auch noch an knalliges Rosa gewöhnen. Und zwar quer durch alle Branchen:



1. Beispiel Bestattungsmesse (!!)  in Düsseldorf

http://www.befa2010.de/cms/index.php?id=27&L=2

Bestattungsmesse



2. Beispiel Kultur(!!)referat der Stadt Nürnberg

http://www.nuernbergkultur.de/

Kulturreferat-Nuenberg


Echte Mädchenfarben, die einem nur bei Bravo Girl und Hello Kitty unterlaufen sind, werden zu Farben des wirtschaftlichen Optimismus und Geld-Frohsinns in jedem Bereich (BWLer tragen des längeren bereits rosa Krawatten.)

Wer hat noch weitere Beispiele im Web (IT, Maschinenbau... :-) )?


Featuring Great Cat Content


Moritz beim schlafen
Betriebskatze Moritz bei der Arbeit

Karfreitagshit: Deaf's a bissal mehra sei?

Hausschlachtung Haensel Ostergedicht

Ostern ist ein schönes Fest,
zu dem es sich gut schenken lässt.
Nicht nur mein Kollege der Weihnachtsmann,
bringt zu seinem Fest Geschenke an.
Nein, auch ich verteil zur Osterzeit,
schöne Geschenke weit und breit.
Besonders begehrt ist die leckere Wurst, allerlei,
verpackt im Präsentkorb von Haensels Hausschlachterei.
Das dickste Osterei in diesem Jahr ist, wenn man bedenkt,
ein Kilo Schweinebraten für 4,50 Euro, also fast geschenkt.
Verschiedene große Wurstgläser für 1,90 Euro sind ein weiterer Knall,
eine Fahrt nach Mehrstedt lohnt sich also in jedem Fall.
Nur als echter Osterhase darf man nicht hin, dazu möchte ich raten,
sonst gibt's womöglich noch Hasenbraten.
Also Verwandte, Bekannte, Freunde und der ganze menschliche Rest, ein wunderschönes und gesegnetes Osterfest.

Hausschlachtung Haensel, 99994 Mehrstedt, 2009

Gefunden bei der Pest Krause. Mehrstedt, das ist ein Ortsteil von Schlotheim in Thüringen. Wurst können sie da wirklich gut!

Osterurlaub

Und jetzt: ans Meer oder in die Berge?

Beides: an den Stachus.

Bild: Frauenkirche München mit Segelschiff auf dem Kaufhaus Oberpollinger, 48 ° 8' nördlicher Breite, 11° 34′ östlicher Länge, 519 Meter (und sechs Stockwerke) über dem Meeresspiegel, 7. April 2009. Selber gemacht, ein bissel was am Kontrast gedreht, keine Montage. Näheres bei Moby-Dick™.

Irrglaube und Religion im Grafikdesign


“Es ist ein Irrglaube, dass es bei Design um Grafik geht.” (HD Schellnack)


Style über alles Aussage/Bedeutung wurschtegal.

Genau das gilt es anzugehen. Stimmt 100%ig als der Kern des Problems der ganzen Diskussionen um diese Branche und um Crowdsourcing.

Auch Designer erliegen nicht zu knapp dieser Religion der Oberfläche. Daher ist es müßig, nur Kunden (hier die SPD) oder nur die Plattformbetreiber (die Gärtnerböcke)  wegen des missglückten ausgewählten Runen-Logos “missionieren” zu wollen. Der Feind sitzt doch längst in der eigenen Reihe (ich bin schon lange kein Verteidiger der eigenen Zunft mehr, merkt man das nicht?).

Wann wird endlich Klartext gesprochen? Die Blogs sind voll, aber ich sehe nur, dass Debatten über Crowdsourcing beiderseits von Eifersucht auf das entweder jeweils “moralisch bessere” oder “cleverere” Geschäftsmodell getrieben sind und nicht darüber, was eigentlich wirklich passiert.

Dieser Irrglaube ist das häufigste Problem, das ich mit manchem Kunden habe. Wobei ich feststelle, dass je kleiner (ungebildeter? werfe ich mal arrogant in den Raum) der Kunde, desto mehr Irrglaube. Welcher nicht einmal durch Geduld, freundliche und gutmütige Aufklärung zu beheben ist, sondern erstaunlicherweise auf geharnischten Widerstand trifft. Mit dem erbitterten Vorwurf, mit “unnützen” inhaltlichen statt Oberflächen-Behandlungen nur künstlich den Preis rauf treiben zu wollen, hatte ich sehr oft zu kämpfen. In 10 % führte das zu Abbruch der Geschäftsbeziehung von meiner Seite aus - es herrscht Vertragsfreiheit, mei - und der Rest war ein Hin- und Hergeziehe, ein immer wieder Päppeln und Anspornen, dass ich vom Gedanken daran bereits erschöpft bin. Daher verdränge ich diese Art unguter “Design-Prozesse” lieber.

Ich mag nicht daran denken, was noch kommt, die Zeiten werden jedenfalls nicht besser. Und mancher liebe Standeskollege nutzt jeden Strohhalm, ins Geschäft zu kommen. Und schon ist man wegen 3 Mark fuffzig draußen, da zu “teuer” und zu “anstrengend”.

Man kann jetzt hergehen und sagen, ist doch prima, gut für den, der wirklich durchdachtes Design (Semiotik, Inhalt, gute Geschichten/Typografie auf dem Punkt und weiß der Geier) statt hübsche Oberflächengrütze abliefert. Diese andere oberflächlichere Klientel, Kunde mitsamt grafischer Mitbewerber, verdient es, gemeinsam miteinander unterzugehen, denn ihre Arbeit ist hübsch aber schlecht. Unternehmen, die ihr Design auf Oberfläche abstellen, werden schlechtere Chancen auf dem Markt haben, bla, Grafiker, die ihre Haut hübsch und billig verkaufen, werden auch immer nur herumkrebsen, bla.

Aber stimmt diese schöne (da tröstliche) Markttheorie auch? Noch sehe ich das nicht. Ich sehe, dass sich Schrottwerbung und Design-Glump (bairisch für Schrott) ganz gut verkauft und kein Unternehmen deswegen pleite gegangen ist.

Man sollte diese Markttheorie überprüfen. Kann sein, dass wenn alle auf der Religion Style sind, dass sich die Markt-Parameter längst verschoben haben. Ich sage bewusst Religion, da mich das Wort Irrglaube dazu inspiriert hat. Und wer gegen Reilgion ankämpfen will, der tut gut daran zu wissen, dass er Thesen an Kirchtüren nageln muss, dass er exkommuniziert wird und sich auf Kreuzigungen gefasst machen muss. Amen.

So wird das mit dem Web 3.0

In der Installation von Vista lässt sich der Explorer nicht mehr ausknipsen, der User wird zwangsgesurft. Und automatisch in Facebook, Lokalisten, Xing, DeppenVZ, MyFace und Spinnr eingeloggt.

Jede Stunde veröffentlicht sich ein Tweet in Ihrem Twitter-Account, sofern Sie nicht selbst einen erstellen. Diese Autotweets erwähnen nicht mehr als dreimal einen unserer Sponsoren, den wir aus Ihrem auf individueller Sicherheitsstufe gespeicherten Interessenprofil auswählen, die weiterhin dafür garantieren, dass unsere Angebote werbefrei bleiben.

Wer unter einer individuell (Alter, Jahreseinkommen, sexuelle Orientierung) festgelegten Anzahl von Kontakten bleibt, bekommt Chinesen vorgeschlagen: "Wollen Sie jetzt Schanghai hinzufügen? — Ja | Ja, 10 | Ja, 10 hoch [Eingabe] | Ja, alle | Nein, später erneut fragen | Neustart".

Bei der content generation ist eine Qualitätskontrolle nicht mehr vorgesehen: Die User sind genau wie ihre Maschinen lernende Systeme, die im Zuge von Web 2.0 das relevante PR-Pidgin implementiert haben.

Google Earth hat mir eine Urlaubsreise gebucht. Mal sehen, wo's hingeht.

Wer sich an Web 2.0 erinnern kann, war nicht dabei.

Soundtrack: Andreas Dorau: Die Welt ist schlecht, aus: Die Doraus und die Marinas geben offenherzige Antworten auf brennende Fragen, 1983.

"Fachwissen ist uninteressant." Teil1


"Richtig manipulieren.

Niemand kauft Ihnen etwas ab, nur weil Sie auf Ihrem Gebiet kompetent sind. Ihr Fachwissen ist selbstverständlich, sonst käme ich doch gar nicht erst zu Ihnen!“


Geht es dem Leser auch so, von solchen textlichen Trainer- oder Coach-Anreißern massiv genervt zu sein? Meist übergehe ich solche Dinge, wenn sie mir in Newslettern oder im Netz begegnen, weil sie seltsamerweise plötzlich recht harmlos weiterreden - um wohlbekannte Binsen zu formulieren, wo ich das Gähnen unterdrücken muss. Weil mir der Tag zu schad ist.

So wie bei der Weiterrede, die exakt auf die obige  "provokative" Anmache folgt, dass Fachwissen uninteressant sei:



"Erfahren Sie von der Kraft der Vorannahmen. Lernen Sie, wie Medien Meinungen nach Belieben bilden oder ändern. Hören Sie, warum wir immer wieder den gleichen Mustern folgen."


Ja. Könnte interessant sein. Könnte. Weil der gewiefte medienerfahrene Leser das schon weiß. Könnte, auch, wenn es nicht so einen plötzlichen inhaltlichen Bruch gäbe und fad formuliert und brav daherkäme.


Was fehlt

Hier wäre Schreiber-Fachwissen nötig: Der fachwissende Kommunikator, der sich mit Menschen, Aussagen und Texten beschäftigt, bemerkt hier den deutlichen Bruch zwischen Anreißer und Weiterführung. Manchmal bemerken ihn sogar Journalisten^^.


Wo ist der Punkt

Wenn der geneigte Leser nicht gleich drauf kommt, was ich meine: Der geistige Bruch zwischen der Verheißung im Anreißer (der Headline, der Überschrift oder wie auch immer Sie das nennen), dass Fachwissen für den Erfolg nicht wichtig sei und der seltsamen Conclusio darauf, dass man von den Medien lernen solle, wie man Meinungen steuert. Der Sprung zu dem Medienthema ist nicht nachvollziehbar: Was hat es mit dem sich persönlich gut Verkaufen per Presse zu tun, wenn der Dienstleister bereits beim Kunden ist?

Solcherlei Sprünge macht nicht einmal BILD, sondern sie bleibt beim hechelnden Thema und zieht es schmatzend durch. (Aktuell: Der Amokschütze in Baden-Württemberg)


Public Relations in eigener Sache

In der Weiterführung gemeint ist Public Relations in eigener Sache, die man geschickt(er) machen solle, indem man von den "tollen" Medien abschaut. Aber man kommt spontan nicht über diese Brücke.  Warum? Tja, das ist der Fehler, der Bruch, den der Fachwissende sofort sieht:  "Abgeholt" wird der interessierte Leser dabei, wie er als Dienstleister vor dem Kunden steht, der ihn ja eh für sein tolles Fachwissen geholt hätte. Dann aber wird er stehen gelassen und plötzlich mit der Binse zugedeckt, dass er von der Presse lernen solle.


Hallo? Jemand da? 

Ein Profi hätte diese "Auflösung" entweder nie so geschrieben, oder eben einen anderen Anreißer für das Thema "Steuern der tollen Medien"  gewählt. Eine elementare Sache, die sogar der junge Copywriter-Praktikant in Werbeagenturen lernt, dass das so nicht geht. Und er lernt in guten Agenturen, wie es anders und besser geht.


Fachwissen ist durchaus nicht selbstverständlich

Nicht alles, was sich auf dem Markt tummelt und sich Texter oder Journalist nennt, hat Fachwissen und Professionalität. (Haben wir ja gerade gesehen.)

Und klar sind Diplome oder Uni-Abschlüsse nur die halbe Miete. Ein Blick in den beruflichen Werdegang aber und in die beruflichen Stationen des Dienstleisters, Texters oder Designers hilft sehr. Weit entgegen der provokativen Aussage, dass Fachwissen nichts nütze, da es eh jeder haben müsse. Letzeres ist Dummfasel.


Nachtrag: Medien sind eben nicht toll

Ich halte es für fatal, wenn ein Dienstleister/Unternehmer versucht, nach einer solchen Anleitung mit den Tricks der Medien PR so zu machen, wie die Medien es vormachen. Wenn ein Cocch oder ein "Erfolgs"-Trainer versucht, Ihnen das weis zu machen, verlangen Sie seine Ausbildungs-Zertifikate oder noch besser: Suchen Sie gleich das Weite.

Oder möchten Sie von einem Manipulations-Crashkurs-Besucher bedient werden? (Diese Frage ist manipulativ :-) )

Disclosure: Dieser Beitrag wurde von dem Designer des Teams geschrieben. Bitte keine Anwürfe, was Kommafehler, fehlende Blancs oder Tippfehler betrifft, danke! Unser Blog ist authentisch, spontan geschrieben. Die Texte kommen - anders als bei Presseveröffentlichungen, Ratgebern und Broschüren, da muss es - nicht ins teuere Lektorat :-)


Tantenbesuch

DIE ZEIT schreibt mir. Persönlich. Nicht zu fassen, die gibt's noch.

Bildung ist die Basis für persönliche Entfaltung, Wohlstand und sozialen Frieden in unserer Gesellschaft. Über die große Bedeutung eines erfolgreichen Bildungssystems sind sich deshalb auch fast alle in diesem Land einig. Doch die Frage, wie dieses Ziel erreicht werden kann, ist heftig umstritten.

Da hat sie ja dann auch recht, die gute Tante. Keine Chance zu widersprechen, das ist so bei Predigten. Ist denn schon Sonntag? Hach nein, sonntags wär ja keine Post gekommen.

DIE ZEIT möchte nun mit Ihrer Hilfe herausfinden, was unser Bildungssystem wirklich braucht.

Das ehrt mich dann doch. Sie wollen wissen, was dieses Land wirklich braucht, um Wohlstand und sozialen Frieden zu entfalten, und haben zuerst an mich gedacht. Alten Damen soll man ja über die Straße helfen, wenn sie einen von der Seite anquatschen.

Und dann ein 6-Seiten-Flyer Altarfalz mit elf Fragen, meistens mit Antwortmöglichkeiten "Ich stimme voll zu", "Ich stimme teilweise zu", "Ich stimme nicht zu": "In Deutschland haben alle Kinder die gleichen Bildungschancen, unabhängig von ihrer sozialen Herkunft" (Frage 3). Soll das gebildet aussehen? Na gut, zu meiner Schulzeit standen die Eliteuniversitäten in Oxford, nicht in München.

Immerhin: Als Dankeschön erhalte ich auf Wunsch "4 Ausgaben der ZEIT inklusive des ZEITmagazins gratis" und sogar eine Uhr oder einen Kuli, wenn ich vergesse zu kündigen, halt nein: nach 4 Ausgaben weiterlese, und: "Das Porto zahlt DIE ZEIT für Sie!"

Soll man jemandem wie der ZEIT Marketingmaßnahmen unterstellen? Die war ja sicher auch mal jung — oder wäre das so ähnlich wie Dame Edna mit Schlampenstempel?

Ach Gott, wenn die richtige Tante kommt, darf sie doch ein bissel dummquackeln, wenn sie einem dafür Räuberheftchen mitbringt.

Soundtrack: O Tante Klara, ich hab dich tanzen gesehn featuring Saxofonového Orkestru Dobbri, Hud. J. Petersburski, slova R. Jurist. zpívá J. Láznicka, ca. 1929.

Cooles Essen


[Disclaimer: Die Bilder für diesen Eintrag wurden mit minimalem technischen und konzeptionellen Aufwand von einem Laien erstellt. Sie verfolgen satirische Zwecke und spiegeln in keiner Weise die Qualitätsauffassung des Design-Unternehmens the missing link wider.]

Was man so von Fernsehen hört, ist dort heute alles voller Wettbewerbe im Schönsein und Kochen. Ist doch gut? Da sagen die Leute immer, Fernsehen wäre so schlecht? Eins der Themen, über die wir gar nicht "mitreden" wollen;  man muss nicht zu allem eine Meinung haben, zu dem schon so viele eine haben, und DVDs sind oft ganz okay. the missing link, Ihre Lieblingsagentur für Schönsein und Kochen, verheiratet beides.

Am liebsten kauf ich in der Münchner Goethestraße ein, Little Instanbul, da ist das Gemüse nicht graduell, sondern kategorial besser als in den Supermärkten für Bleichgesichter. Manchmal kauf ich was, wo ich gar nicht richtig weiß, was es ist. Die positiven Überraschungen bei dieser Praxis überwiegen.

Der Wettbewerb läuft jetzt doch unter dem Namen "Cooles Essen" statt "Lustiges Essen", weil ich unter Coolness eine zeitgemäßere Spielart der Weisheit verstehe, und Essen aus dem 19. Jahrhundert... nee.

Es folgt eine Liste meiner erhaltenen Erwerbungen, in aufsteigender Schönheit. Deutschland sucht die Supersuppe. Auf diese Weise komme ich einmal in die Lage, Models zu vernaschen. Essen soll ja irgendwie auch Spaß machen.

Platz 7: Campbell's Tomato Soup

Campbell's Tomato Soup

Seit 1962 in der Hochkunst bekannt. Sachen, die älter sind als ich, sollen revolutionär sein? Soll vielleicht helfen, dass der erste Künstler Velvet Underground unterstützt hat? Verfallsdatum: "APR 99". Himmel, das ist revolutionär von hinten rein. Guter Siebter, das ist unter den Tausenden von Suppen, die wir die letzten Jahrzehnte verzehrt haben, gar nicht so schlecht.

Platz 6: La Comtesse Thunfisch Stücke in Wasser

La Comtesse Thunfisch Stücke in Wasser

Das Shooting musste leider mit availbale light stattfinden, die frische Meeresfarbe dieser Packung geht deshalb im Regen verloren. Das Produkt selbst ist die Auswahl unseres Mitarbeiters Moritz.

Platz 5: Suchoj Kvass Chlebij

Kvass Chlebij

Bier aus der Packung zum Selberanrühren, die Russen haben's voll drauf. 350 Gramm für 69 Cent ergeben 8 Liter. Zubereitung etwa 3 Stunden.

Platz 4: Namli Bittere Orangen Konfitüre

Namli Bittere Orangen Konfitüre

Das britischste aller Frühstücke aus der Türkei: Turunç Reçeli, was immer das heißt. Ein Vorbild an Crossover-Küche.

Platz 3: Sesampaste

Sesampaste

Crossover 2: Den Eiffenturm erkennt man zur Not, lesen konnte ich außer dem Preisschild (€ 2,49) nichts. Da ist aber eine Art Zahnpasta aus Sesam drin, die nach Erdnüssen schmeckt. Eignet sich als Sauce zu... naja, zum Essen halt.

Platz 2: Sebahat Sesambrei Tahin

Sesambrei Tahin

Ähnlich wie Platz 3 irgendwas aus Sesam, allerdings öliger. Bonus in der A-Note für den wirklich sehr praktischen Ausgießer und Eignung zu Sauce und Bratfett. Und Brotaufstrich!

Platz 1: Sera Mesir Macunu

Sera Mesir Macunu

Die Gesundheit selbst in einem handlichen Glas für 3,59 Euro. Lassen wir das Produkt selbst sprechen: Rechts steht's auch auf Deutsch. Die meisten Zutaten kommen nicht mal in Tausendundeine Nacht vor, geschweige denn im Internet. Rechtschreibung vom Hersteller:

Wirkung: Mesir Paste staerkt der Körper und ds Herz. Beruhigende Wirkung auf das Nervensystem. Hilft bei Ermüdung und Stress. Hilft bei Atmungsproblemen und bei Husten. Entschleimt die Atemorgane. Blutreinigend. Hilft bei Magenübersaeuerung und Blaehungen. Strafft Bindegewebe in der Bauchpartie. Lindert naechtliche Bettnaesse bei Kindern. Hilft bei altersbedingten Problemen.

ZUTATEN: Senf, Kokosnuss, Zimt, Ingwer, Pfeffergemisch, Nelke, Kümmel, Zimtblüte, Tchöpchini, Kamille, Kokosblüte, Rhabarber, Glanga, Krem Tatar, Pfefferminze, Galagent, Misrafi, Kalemi Barit, Safran, Schwarze Helile, Feigen, Sinamaki, Elixir, Kebabe, Koriander, schwarzer Pfeffer, Orangenschale, Tiryak, Fenchel, Lindenblüten, Mastix, Hryarschembe, Udil Kahr, Darülfülfül, Zerdetschup, Zitronensaeure, Zucker.

Vor Gebrauch gut verrühren. Kein Medikament.

Ich hab's mir noch gar nicht anzubrechen getraut, trotzdem klarer erster Platz. Eignet sich bestimmt als besonders nachhaltiger Brotaufstrich und Zerdetschup.

The Good, the Bad and the Ugly


Ich überlege mir schon lange, ob ich nicht in regelmäßigen Abständen so etwas Ähnliches mache wie auf dem Designtagebuch:

Logos zeigen, die gut sind. Sagen, warum sie gut sind.
Sie in den side-by-side-Vergleich stellen zu Logos, die eindeutig schlecht sind (the bad ones).

Und auch da sagen, warum (auch in der Gefahr, dass man mal daneben liegt). Denn der Mensch braucht Orientierung. Nur noch das Ding mit den Rechten muss ich klären: ob ich überhaupt fremde Logos auf dem Blog zeigen darf.

The ugly Logos werden ein dritter nasty Strang zum lustigen maßvollen Ablästern. Weil sie jenseits von gut und böse sein werden. Allein schon als Honneurs an die Glorreichen Halunken, oder

Buono, il brutto, il cattivo.

. :-)

...und nur das LOGBUCH.

  • Unsere Designer- und Texter-Websites sind die da:

    http://www.the-missinglink.de und

    http://www.gute-worte.de

    Und: Literatur! Hier schreibt Wolf über Melville: Moby Dick: Leben mit Herman Melville.

    Das hier ist das Freitag!-LOGBUCH, auf
    dem wir von unserem Text- und Corporate-Design-Agenturleben in München berichten. Gemeinsam geschrieben und liebevoll bewirtschaftet von Vroni, Diplom-Designerin, und Wolf Gräbel, M. A., Text. _____________________________________________ Unsere handwerklichen Leisten sind Copytext, Literatur und Design. Darum geht es auch in diesem Logbuch unseres Designbüros. Wir reden hier über unseren Job, über Text, Copywriting, Corporate Design und was uns zu diesen Themen bewegt. Damit bestehende Kunden und Menschen, die an unserer Arbeit interessiert sind, wissen wie wir ticken. Unser Grafikbüro empfiehlt keine fremden Dienstleistungen & Produkte verdeckt. Wir beraten Sie in unserem Fach Marketing, Design und Text grundsätzlich ergebnisoffen. Das heißt, wir nehmen keine Rücksicht auf unser eigenen verkäuferischen Interessen. Wenn Sie für Ihre Firma keine Flyer brauchen, sondern besser beispielsweise vernünftige PR, so sagen wir das, deutlich. Das Resultat muss zu Ihnen passen. Aber wir beraten nicht hier auf dem Blog, weil wir Beratung und Analyse nicht als Gratis-Köder zum Kundenfang sehen, sondern als komplexe Dienstleistung, die es nicht umsonst geben kann. Wir bitten dafür um Verständnis. Alle unsere Beiträge geben unsere subjektive, manchmal sehr persönliche Meinung wider, die bei Fachthemen fachlich geprägt ist. Manchmal sind wir verschiedener Meinung und kabbeln, das betrachten wir jedoch nicht als Schwäche, sondern als notwendige Weiterentwicklung. Wir freuen uns, wenn Sie das auch so sehen. _____________________________________________________________

Lieber Googlefreund, suchst du was?

  • Was tun? Pech? Warum finden Sie nicht sofort, was Sie suchen? Komische Baustelle, seltsame Anordnung? Abhauen? Dableiben und sich trotz Zeitnot einen Wolf lesen? _____________________________________________ DIE LÖSUNG: Diesen FAQ lesen! Es muss sein :-) ::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::: Warum ist das hier ein Weblog, warum reicht uns der Stress und das Hosting unserer Websiteauftritte nicht :-) ? ::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::: Ein Weblog ist ähnlich einem Forum und lebt - im Unterschied zu einer statischen Website - von der anglophilen und sehr demokratischen Idee des "free speech" und den tatsächlichen, spontanen Kommentaren seiner Leser. Die von uns zügig beantwortet werden. Kommentieren Sie, sagen Sie, was Ihnen zu den Beiträgen und seinen Inhalten einfällt, was Ihnen gefällt, was Ihnen nicht gefällt. Das ist der Grund, warum es dieses Blog hier gibt. Auf einer Website kann man nicht kommentieren, nützen Sie die Gelegenheit hier. Sie werden nicht gesteinigt, Ihre Meinung ist uns willkommen, egal welche. ::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::: Im Augenblick hat unser Blog täglich um die 200 Leser. Es wird von zwei Autoren geschrieben, lebt seit Oktober 2005 und hat seitdem über 200 Fachbeiträge. Das ist für ein persönlich geführtes Fachblog zu "Grafik-Design und Text" recht anständige Mittelklasse. _____________________________________________ Was soll ein Weblog überhaupt oder - kürzer - ein Blog? ::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::: Ein Weblog ist ein digitales Journal, das von immer wieder neuen, oben liegenden Einträgen lebt. Es basiert auf einer bedienungsfreundlichen CMS (Content Management System)-Software, wird am Computer direkt eingegeben und sofort im World Wide Web veröffentlicht. Ein Weblog ist ein Periodical, hat aktuelle, tägliche oder wöchentliche neue Einträge, die sich zu aktuellen Themen und Befindlichkeiten äußern, von denen die jüngsten zuoberst liegen, die älteren Beiträge folgen chronologisch geordnet danach. Am besten, Sie denken dabei an ein Forum. _____________________________________________ Was ist ein Weblog nicht? ::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::: Dieses Blog ist/hat nicht: die gewohnte statische Struktur einer geschäftlichen Website mit "Über uns", "Philosophie", "Presse" undsoweiter. Daher ist das Blog auch anders zu lesen. _____________________________________________ Wie lesen Sie das Blog am besten? ::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::: Eine gute Orientierung ist in der rechte Spalte (bitte unerbittlich nach unten scrollen) zunächst die LETZTEN EINTRÄGE, dann die KATEGORIE, nach emotionalen Themen geordnet, ähnlich wie auf Websiten mit ihrer Menueführung - mit dem Unterschied: je mehr Inhalte zu dem jeweiligen Thema geschrieben wurden, desto GRÖSSER die Schriftgröße - anschließend das "ARCHIV", chronologisch sauber nach Kalenderwochen geordnet.

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